Die Definition in einem Satz
Spannungsrisskorrosion (Stress Corrosion Cracking, SCC) ist die Rissbildung eines Metalls unter der kombinierten Einwirkung eines korrosiven Milieus und mechanischer Zugspannung, ohne dass das Metall als Ganzes sichtbar korrodiert.
Für einen Schwimmbadbetreiber bedeutet dies eine entscheidende Tatsache: Eine Befestigung, die von außen noch perfekt aussieht, kann im Inneren völlig geschwächt sein.
Das Dreiecksmodell von SCC
Spannungsrisskorrosion benötigt drei Zutaten — nimmt man eine davon weg, stoppt der Mechanismus:
- Ein anfälliges Material (klassisches austenitisches RVS wie 304 oder 316).
- Ein korrosives Milieu (chloridhaltige Luft oder Wasser — typisch für ein Schwimmbad).
- Permanente Zugspannung (vorgespannte Schrauben, Klemmkraft, Eigengewicht).
Warum die Temperatur der Beschleuniger ist
Über 50 °C verläuft SCC exponentiell schneller. Aber auch bei 25-30 °C — der typischen Lufttemperatur über einem Schwimmbad — setzt sich der Prozess fort, nur langsamer. Das ist der Grund, warum SCC-Vorfälle oft erst nach 8-15 Jahren sichtbar werden, während der Schaden schon seit Jahren im Gange ist.
Wie erkennen Sie Risikostellen in Ihrem Schwimmbad?
- Deckenbefestigungen direkt über der Wasseroberfläche.
- Nicht gespülte Ecken und Spalten, in denen sich Chlorid ansammelt.
- Verbindungen unter permanenter Zugbelastung (Aufhängeanker, Geländer).
- Befestigungen, die älter als 10 Jahre sind und keine dokumentierte Inspektion aufweisen.





