Was ist Spannungsrisskorrosion und warum ist sie gefährlich?
Spannungsrisskorrosion (SCC) ist ein schleichender Prozess, der rostfreien Stahl in Schwimmbädern angreift. Dieses Phänomen entsteht durch eine Kombination aus Zugspannung, einem korrosiven Milieu mit Chloriden und einer spezifischen Temperatur. Oberhalb der Wasserlinie ist die Konzentration von Chlordämpfen am höchsten, was diesen Bereich zu einer kritischen Zone macht.
Die größte Gefahr der Spannungsrisskorrosion besteht darin, dass sie oft nicht direkt an der Oberfläche sichtbar ist. Während die Außenseite eines Befestigungsmittels noch intakt aussieht, kann intern bereits eine ernsthafte Rissbildung in der Schwimmbad-RVS auftreten. Dies führt zu einem plötzlichen und katastrophalen Versagen von Aufhängesystemen und Tragkonstruktionen.
Besonders minderwertige Stahlsorten wie A2 oder A4 sind sehr anfällig für diese Form der Korrosion in Hallenbädern. Daher fordern die NPR 9200 und die Bbl die Verwendung hochwertiger Legierungen wie 1.4529 in kritischen Anwendungen.
Der erste Schritt: visuelle Befestigungsinspektion
Eine regelmäßige visuelle Befestigungsinspektion ist die erste und zugänglichste Verteidigungslinie für Schwimmbadbetreiber. Bei diesem Rundgang werden alle sichtbaren tragenden und nicht tragenden RVS-Komponenten oberhalb der Wasserlinie kontrolliert. Achten Sie dabei besonders auf Rostbildung, braune Verfärbungen oder kleine Haarrisse rund um Schrauben und Muttern.
Obwohl Roststreifen an sich nicht direkt auf Spannungsrisskorrosion hinweisen, deuten sie doch auf einen Angriff der Passivschicht des Stahls hin. Dies ist ein starker Indikator dafür, dass das Material dem herrschenden Schwimmbadklima nicht standhält. Bei solchen Beobachtungen ist eine weitere Analyse immer erforderlich.
Dokumentieren Sie jede Abweichung genau mit Fotos und Logbüchern. Dies hilft beim Aufbau einer Wartungshistorie und ist entscheidend für die obligatorischen Berichte gemäß dem Wkb.
Erweiterte Erkennung von Spannungsrisskorrosion
Wenn visuelle Signale besorgniserregend sind oder bei einer obligatorischen regelmäßigen Schwimmbadinspektion SCC, sind fortschrittliche Testmethoden erforderlich. Eine häufig verwendete Methode ist die Farbeindringprüfung. Hierbei wird eine stark gefärbte oder fluoreszierende Flüssigkeit aufgetragen, die in die kleinsten Oberflächenrisse eindringt, woraufhin ein Entwickler die Risse sichtbar macht.
Für Risse, die tiefer im Material liegen, wird oft die Ultraschallprüfung eingesetzt. Hochfrequente Schallwellen prallen an internen Defekten ab, wodurch Inspektoren die Tiefe und Schwere der Rissbildung exakt erfassen können, ohne das Bauteil zu demontieren.
Bei magnetischen Stahlsorten kann auch eine Magnetpulverprüfung angewendet werden, obwohl dies für viele in Schwimmbädern verwendete austenitische RVS-Sorten weniger geeignet ist. Die Wahl der Prüfmethode hängt immer von der Art des Materials und dem spezifischen Einbauort der Befestigung ab.
Austauschkriterien gemäß NEN 9200
Sobald Spannungsrisskorrosion festgestellt wird, ist ein sofortiges Eingreifen erforderlich. Die Richtlinien NEN 9200 und NPR 9200 sind eindeutig hinsichtlich der zu unternehmenden Schritte bei Materialausschuss. Komponenten mit aktiver Rissbildung in tragenden Konstruktionen müssen sofort außer Betrieb genommen und ersetzt werden.
Ein Austausch darf nur mit Materialien erfolgen, die nachweislich gegen das korrosive Schwimmbadklima beständig sind. Verwenden Sie hierfür ausschließlich Befestigungsmittel aus beispielsweise dem Werkstoff 1.4529, wie sie von PoolFIX geliefert werden, um zukünftige Risiken auszuschließen.
Darüber hinaus kann die Anwendung einer hochwertigen Beschichtung wie ACRATON® Dolphin dazu beitragen, die Lebensdauer der umliegenden Konstruktionsteile zu verlängern und einen weiteren Angriff durch Chloride zu verhindern.
- Ersetzen Sie sofort bei Feststellung von SCC-Rissen.
- Verwenden Sie für tragende Teile ausschließlich hochlegiertes RVS wie 1.4529.
- Dokumentieren Sie alle Inspektions- und Austauschmaßnahmen in der Gebäudeakte.





